Bulgarien

Insbesondere Kinder aus armen Verhältnissen, gering Qualifizierte sowie die Bevölkerung am Land sind von Benachteiligung und Armut betroffen. Katastrophale Wohnverhältnisse – kein Wasseranschluss und keine Kanalisation in Kombination mit Arbeitslosigkeit, struktureller Diskriminierung und nahezu völlig fehlenden Perspektiven erzeugt einen Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist. Manche Kinder in den Armutsvierteln von Sofia, den sogenannten Mahalas, besuchen nie eine Schule oder landen zu Unrecht in einer sogenannten Sonderschulklasse.

In Bulgarien sind Kinder mit rund 33,3 % die Altersgruppe mit dem höchsten Risiko für Armut oder soziale Ausgrenzung, wie Eurostat-Daten zeigen.

CONCORDIA Bulgarien begann seine Arbeit in Sofia im Jahr 2008 um Jugendlichen aus marginalisierten Gemeinschaften eine betreute Unterbringung und Bildungsangebote zu vermitteln. Heute kümmert CONCORDIA sich um Kinder, Jugendliche und Familien, die von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen sind – unter anderem durch Bildungsangebote in den Tageszentren, Sozialberatung und aufsuchende Arbeit mit den Familien. Im Jahr 2019 wurden über 1.700 Menschen durch die Dienste von CONCORDIA Bulgarien unterstützt.

Unsere Projekte in Bulgarien

Aufsuchende Sozialarbeit in Bulgarien

Nicht jede/r schafft es, von sich aus Hilfe in Anspruch zu nehmen. Oft aus Unwissenheit oder falschen Vorstellungen. Viel häufiger aufgrund von Schamgefühlen, die es Menschen in Not schwer machen, Hilfe zu suchen. Deswegen ist eines unserer wichtigsten Projekte in Bulgarien die aufsuchende Sozialarbeit in und um Sofia. Unsere SozialarbeiterInnen gehen dabei direkt zu den Familien – oft Roma - und bieten vor Ort ihre Hilfe an. Niederschwellig und ohne Zwang.

Langsam bildet sich so eine Vertrauensbasis. Die MitarbeiterInnen lernen die Menschen in ihrer gewohnten Umgebung kennen und können dadurch besser beurteilen, was es braucht und wie CONCORDIA mit maßgeschneiderten Angeboten helfen kann. Die Fragestellungen, auf die sie treffen, sind sehr unterschiedlich: Fragen zur Erziehung und Ausbildung der Kinder, Hilfe bei der Erlangung von Dokumenten, finanzielle oder medizinische Unterstützung.

Was heißt das nun konkret?

Unsere Leistungen in der aufsuchenden Sozialarbeit

Seit 2020 haben wir in Sofia ein medizinisch ausgestattetes Fahrzeug, das es uns ermöglicht, die Menschen in ihrem Zuhause aufzusuchen. Unser Team berät die BewohnerInnen in Gesundheitsfragen, leistet Hilfestellung in unterschiedlichen Belangen, unterstützt Kinder und Jugendliche beim Lernen und liefert Hilfsgüter in die ärmsten Regionen. Aktuell sind wir in den Bezirken Hristo Botev, Tatarli, Malashevtsi, Orlandovtsi und Zaharna Fabrika unterwegs.

Unser Angebot richtet sich an bedürftige Kinder, Jugendliche und Familien und umfasst:

  • Medizinische Leistungen & Überweisungen
  • Psycho-soziale und gesundheitliche Beratung
  • Verteilung von Lebensmittelpaketen, Kleidung und Produkten des täglichen Bedarfs
  • Unterstützung von SchülerInnen beim Lernen um einen Schulabbruch zu vermeiden
  • Außerschulische Aktivitäten für gefährdete Kinder
  • Hilfe beim Zugang zu öffentlichen Diensten wie Krankenversicherung und Sozialleistungen
  • Präventionsprogramme und Informationskampagnen zu Sexualität, Schwangerschaft und Elternschaft, Gewaltprävention und Umgang mit aggressivem Verhalten, stereotype Geschlechter- und Familienrollen
  • Stärkung der Familie, damit Kinder im Kreis der Familie aufwachsen können

Warum machen wir das?

Mit diesem Projekt unterstützen wir gefährdete Kinder, Jugendliche und Familien aus (Roma-) Gemeinschaften in Sofia dabei, ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben außerhalb von Ausgrenzung und Diskriminierung zu führen. Wir mindern damit die Hauptrisiken, die zur Trennung von Familien führen. Im Laufe der Zeit hat CONCORDIA die Beziehungen zu den Mitgliedern der Roma-Gemeinschaft gestärkt und kann nun auf einem Fundament des gegenseitigen Vertrauens aufbauen.

Geschichten aus Bulgarien

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