08.09.2021 Welttag der Alphabetisierung: Der Kreislauf der Armut kann nur durchbrochen werden, wenn Kinder das notwendige Rüstzeug für ein selbstbestimmtes Leben erhalten.


Herbstbeginn ist auch Schulbeginn. Nach eineinhalb Jahren Pandemie hoffen Lehrende, Eltern und Kinder auf eine Wiederaufnahme des regulären Schulbetriebs.

Für die Kinder und Jugendlichen, die von CONCORDIA in Tageszentren betreut werden, waren die Schulschließungen dramatisch. Es sind Kinder aus Familien, die in extremer Armut leben.Ohne Internetzugang verbrachten sie die Lockdowns auf engstem Raum mit ihren Angehörigen. Fernunterricht ist für sie keine Option. Die Gefahr, dass sie den Anschluss verlieren, ist groß. Umso wichtiger ist es, dass die Türen der CONCORDIA Tageszentren für sie offenstehen. CONCORDIA MitarbeiterInnen waren und sind oft die einzigen AnsprechpartnerInnen und unterstützen mit notwendigen Lebensmitteln und beim digitalen Lernen. Besonders betroffen sind in den CONCORDIA Ländern Rumänien, Bulgarien, der Republik Moldau und dem Kosovo, Kinder aus der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppe, der Roma.

Rund 10 -12 Millionen EuropäerInnen zählen zu den Roma, der größten ethnischen Minderheit in Europa. Über Jahrhunderte wurden sie ausgegrenzt und verfolgt. Ein Grund, warum viele heute in extremer Armut leben. Lange Zeit war ihnen der Zugang zu Bildung verwehrt, weshalb der Anteil an AnalphabetInnen unter den Roma und Romnja hoch ist. 

Ressentiments und Diskriminierung gegenüber Roma und Romnja im Alltag sind nach wie vor weit verbreitet.

Unsere MitarbeiterInnen erleben immer wieder, dass Eltern ihre Kinder aus der Schule nehmen, weil Roma-Kinder in der Klasse sitzen, oder dass sie den Arzt wechseln, wenn dieser Roma-Familien behandelt.
Vorstandsmitglied, Bernhard Drumel

Kein Kind darf zurückgelassen werden

CONCORDIA reagiert auf vielen Ebenen auf diese historisch gewachsene Ungleichheit. Ein Schwerpunkt sind Bildungsprojekte sowie eine sozial-inklusive Volksschule, Berufsschule in Ploiesti/Rumänien, und Tageszentren, in denen Kinder neben Grundbedürfnissen wie einer warmen Mahlzeit einen geschützten Raum und professionelle Lernbegleitung erhalten.
Es sind Kinder, deren Eltern nicht Lesen und Schreiben können. Sie zählen zu den Ärmsten. Unterstützungsleistungen, die ihnen zustünden, werden oft nicht in Anspruch genommen.

Neben anderen Barrieren sind die Ursachen fehlende Schreib- und Lesekenntnisse.Der Kreislauf der Armut kann nur durchbrochen werden, wenn Kinder das notwendige Rüstzeug für ein selbstbestimmtes Leben erhalten. Schulbildung, Lesen und Schreiben zu können, bedeutet Zugang zu Wissen und gesellschaftliche Teilhabe. Bedeutet, den eigenen Kindern bei den Hausaufgaben helfen zu können. Keinem Kind darf dieser Zugang verwehrt sein. Grundvoraussetzung dafür ist, dass alle Schulen diesen Herbst offenbleiben.

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